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„ABGelaufen“ führt zu Gaffern, Krabblern und anderen Kuriositäten

31.07.2020

Ein neuer Stadtspaziergang lädt zur spielerischen Entdeckung in Altenburg ein – die OVZ hat den Rundgang einmal ausprobiert

Altenburg. Neue Einblicke für Touristen und Einheimische: Unter dem Titel „ABGelaufen“ bieten unter anderem die Museen der Stadt gemeinsam mit der Tourismusinformation noch bis 30. August einen besonderen Streifzug durch die Skatstadt an. Der Fokus bei dem Rundgang auf eigene Faust liegt vor allem auf ungewöhnlichen, kuriosen und versteckten Sehenswürdigkeiten. OVZ-Mitarbeiterin Lisa-Marie Meyner hat sich auf Spurensuche begeben.

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Bevor es für mich losgeht, muss ich mir zunächst den Spazierplan besorgen. Den kann man an vielen Orten kostenlos mitnehmen, zum Beispiel in der Tourismusinformation Altenburger Land am Markt 10. Ich habe meinen Plan über deren Internetseite altenburg.travel ausgedruckt.

Der Entdeckerplan ist ansprechend gestaltet und beinhaltet eine Menge interessanter Informationen über die einzelnen Stationen, wie etwa Historisches, Eintrittspreise und die Öffnungszeiten, wo es welche gibt. Gerade Letzteres gehört zur Vorbereitung für einen erfolgreichen Rundgang. Es lohnt sich schließlich mehr, den Spaziergang zu machen, wenn alle Stationen geöffnet haben. Ist das geklärt, kann ich entscheiden, ob ich einen langen Rundgang antrete oder die Haltepunkte auf mehrere Tage verteile. Im Plan selbst ist der Spaziergang mit den verschiedenen Punkten vorgegeben. Es ist aber nicht notwendig, diese Reihenfolge einzuhalten.

Der eigentlich geplante Start ist die Brüderkirche, ich entscheide mich hingegen, am Naturkundemuseum Mauritianum zu beginnen. Hier erwarten mich zwei verschiedene Beutel, die mir am Eingang von einer netten Dame überreicht werden. Leihweise. Ihr Inhalt soll mir beim Lösen verschiedener Aufgaben helfen. Mit dem Set „Insekten entdecken“ – Becher, Lupe, Infobroschüre – kann man diverse Krabbler auf den Wiesen im Schlosspark erkunden. Hier begegne ich auch der ersten Frage, die für das Gewinnspiel am Ende des Spazierganges wichtig ist. Noch viele weitere knifflige Schätzfragen werden mich den ganzen Weg über begleiten. Die Antworten kann ich auf der Rückseite des Planes eintragen.

 

Weiter geht es für mich im Anschluss in die Pauritzer Straße 2. Dort wartet der historische Friseursalon, den ich schon früher immer bewundert habe. Ich bin zwar in Altenburg geboren und kann behaupten, dass ich diese Stadt ganz gut kenne, aber die Geschichte des alten Salons war mir bislang unbekannt.

Im Salon kommen mir zwei kleine Mädchen entgegen, die sich eben ein Aufsprüh-Tattoo und eine neue Strähne abgeholt haben. Beide sind vom Ergebnis völlig begeistert. Im Anschluss bin ich an der Reihe. Peter Müller, Vorsitzender des Fördervereins „Historisches Friseurhaus Altenburg“, hängt sich den Kittel um und beginnt, mir eine Strähne ins Haar zu schweißen. „Ich finde das eine gute Sache, dass Kinder und Jugendliche mit Spaß unsere Stadt entdecken können. Deshalb unterstütze ich das auch. Es ist einfach schön, die Kinder mit einer kleinen Strähne glücklich zu machen“, erzählt er mir währenddessen. Strähnchen und Tattoos sind für alle Besucher kostenfrei.

Ein paar Schritte weiter entlang der Route in Richtung Markt komme ich am Skatbrunnen vorbei, der nächsten Station des Rundgangs. Hier lasse ich es mir nicht nehmen, die Nase des Schweinekopfs zu streicheln. Das dadurch versprochene Glück nehme ich gern mit.

Am Markt angelangt, werde ich auf etwas für mich Neues aufmerksam: die Gaffer am Altenburger Rathaus, die mit ordentlich verrenkten Nacken von der Fassade auf die Passanten blicken. Dank der Entdeckertour habe ich dieses Detail entdeckt, das mir in all den Jahren zuvor nie aufgefallen war – ein faszinierendes Aha-Erlebnis.

Mein Fazit: Ich persönlich würde den Rundgang vor allem Freundesgruppen oder Familien empfehlen. Dann bietet sich eine tolle Möglichkeit, neue Dinge zu erkunden, Altbekanntes wiederzuentdecken. Man lernt schnell, wie viele schöne und spannende Ecken Altenburg eigentlich zu bieten hat. Auch Schloss, Bootsverleih und Rote Spitzen liegen auf der Route. Ist einmal eine Attraktion geschlossen, werden genügend Alternativen genannt. Und wenn der Geldbeutel einmal nicht so prall gefüllt ist, ist das auch kein Problem: Viele der gestellten Aufgaben lassen sich auch ohne Betreten der Museen lösen.

In Sachen Rätsel bietet der Streifzug in der Gruppe übrigens einen entscheidenden Vorteil: Die meisten der gestellten Aufgaben lassen sich nämlich nur mit einem Partner lösen. Wer dann beim Schätzen richtig liegt, kann verschiedene Gewinne abstauben. Von unterschiedlichen Produktpaketen bis hin zu Gesellschaftsspielen der Spielkartenfabrik ist einiges vertreten.

Der „ABGelaufen“-Flyer mit allen Stationen und dem Gewinnspiel ist in der Tourismusinformation am Markt 10 sowie online unter altenburg.travel als Download erhältlich.



Quellenangabe: Osterländer Volkszeitung vom 30.07.2020, Seite 13

 

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